Der Terminologie-Kurs im ersten vorklinischen Semester ist einer einer der nützlicheren Kurse der Vorklinik. Hier lernt der angehende Arzt endlich, wie man auch die einfachsten Dinge so ausdrücken kann, dass sie für normale Menschen kaum noch verständlich sind. Außerdem erhält man aber das Rüstzeug, im nächsten Pflegepraktikum den OP-Bericht in der Patientenakte auch (zumindest teilweise) zu verstehen.
Der Kurs
Die Termi-Veranstaltung im ersten Semester fand für uns früh morgens auf dem Venusberg statt und wird vom MHI, dem Medizinhistorischen Institut, veranstaltet. Es handelte sich bei der Veranstaltung um eine Mischung aus Vorlesung und Seminar - der Großteil bestand aus einem Vortrag, teilweise wurden aber auch Fragen in die Menge gestellt oder gezielt an einzelne Studenten. Es lohnt sich also zumindest die "Hausaufgaben" (am Ende jeder Stunde wurden Grammatik- Vokabel- und Übungszettel verteilt) zu machen und nicht ganz unvorbereitet zu sein. Das spart auch den "Stress" vor der Klausur - außerdem ist es wirklich nicht viel.
Zu allen Kursterminen besteht Anwesenheitspflicht!
Die Klausur
Die Dozenten des MHI sind nicht nur in der Vorlesung freundlich - die Termi-Klausur gilt gleichauf mit Bio als eine der einfachsten Klausuren der Vorklinik. Der Grund dafür: Die Dozenten halten sich tatsächlich an ihre eigene Vorlesung! Eigentlich dürfte dies nicht besonders erwähnenswert sein, ist es aber leider. Man kann sich in diesem Kurs tatsächlich darauf verlassen, dass die ausgeteilten Zettel den Stoff der Klausur zu 100% abdecken.
Also hinsetzen, Vokabeln pauken und Endungen angucken, Schein mitnehmen. In unserem Semester haben nur drei Teilnehmer diese Klausur nicht bestanden.
[Hinweis: Im Gegensatz zu Bio war hier "Gemeinschaftsarbeit" nicht möglich. Es muss also tatsächlich jeder für sich lernen. Allerdings war die Aufsicht auch nicht zu streng - O-Ton: "Sie da! Beim nächsten Mal gibt's ne Verwarnung!"]
Lateiner vs. Nichtlateiner
Für viele angehende Mediziner sind Deklinationen aufgrund von Lateinunterricht in der Schule nichts Neues, sie könnten sich also einen Teil des Kurses sparen. Aus diesem Grund gab es auch in vergangenen Semestern die Unterscheidung in Lateiner- und Nichtlateinerkurse. Diese Trennung wurde vor einigen Jahren abgeschafft - weil Studenten sich über die "Ungleichbehandlung" beschwert haben.
Tolle Sache, nicht wahr? Früher gab es einen schnellen Kurs für diejenigen mit Vorwissen, einen langsamen für diejenigen ohne. Heute gibt es einen, der den Lateinern zu langsam und den Nichtlateinern zu schnell ist. Und man kann dem MHI nicht mal einen Vorwurf machen - den verdienen oben genannte Studenten. Vielleicht trägt diese Erfahrung ja dazu bei, dass zukünftige Semester mal
a) Fehler auch bei sich selber suchen (Kurs zu schnell, oder zu wenig gelernt?!)
b) Gebrauch von den bestehenden Strukturen machen (wenn's Probleme gibt, rede zunächst mal mit der Fachschaft! Diese kann die Beschwerden dann sachlich und gesammelt weitergeben, das verhindert viel böses Blut und ist daher deutlich effektiver).
Bücher
Ja, es gibt Bücher für Medizinische Terminologie; sogar recht viele. Das bekannteste ist wohl der "Caspar" aus dem Thieme Verlag.
Aber: Mach bloß nicht den Fehler, dir eins zu kaufen! Das wäre wirklich rausgeschmissenes Geld. Die Handouts des MHI sind sowohl für die Vorbereitung auf die Klausur als auch für die Kurse der nächsten Semester völlig ausreichend.
Wenn das Termi-Buch schon fest in deinen Ausgaben verplant war und du nun echt nicht weißt, was du mit dem Geld anfangen kannst, darfst du es mir gerne spenden... ;-)



